WolframAlpha – Die bessere Suchmaschine?
Ist WolframAlpha eine ernstzunehmende Konkurrenz für Google? Und was ist WolframAlpha denn eigentlich?
Stephen Wolfram ist der Vater von WolframAlpha, seine Suchmaschine bezeichnet er selber als Wissensmaschine und trifft damit meiner Meinung nach auch den Nagel auf den Kopf. WolframAlpha basiert auf seinen bisherigen Arbeiten Mathematica und A New Kind of Science (NKS). An der Entwicklung von WolframAlpha waren über 100 Mitarbeiter beteiligt und sie ist noch längst nicht abgeschlossen. Ein faszinierendes Projekt, welches ich mir gerne näher angeschaut habe.
WolframAlpha bereitet Inhalte aus unterschiedlichen Quellen auf und liefert ausschließlich Fakten, Fakten, Fakten. WolframAlpha errechnet aus den möglichen Antworten den sinnvollsten Zusammenhang zur Frage und gibt dieses als Antwort strukturiert aus. D.h. Fragen werden in natürlicher Sprache verarbeitet ohne die Sprache verstehen zu müssen. Die Frage wird so in eine sehr genaue Form gebracht, die als Basis für die weiteren Berechnungen dient. So ist WolframAlpha in der Lage auch komplexe Fragen beantworten zu können.
Ein hoher Anspruch, aber hatten wir das nicht schon einmal in jüngster Vergangenheit? War das nicht so was wie eine Wikipedia-Suche? Nee, das war Jimmy Wales (Gründer von Wikipedia) Suchmaschine: Wikia Search. Stimmt, die ging aber sehr schnell baden
WolframAlpha setzt sich die Aufgabe gezielter, d.h. vorausschauend und vergleichend auf Suchanfragen einzugehen, um so die Frage auch wirklich zu verstehen und somit das passende Ergebnis liefern zu können. Aber auch die Ausgabe der Ergebnisse verfolgt einen komplett neuen Ansatz. Ergebnisse werden nicht, wie bisher von Google und Konsorten gewohnt, als Links zu Millionen verschiedener Seiten, sondern als übersichtliche Tabelle mit konkreten Antworten aufgelistet (siehe Beispiel weiter unten).
Kurz gesagt besteht WolframAlpha aus drei Teilen:
1. aus einer riesigen Datenbank
2. aus einer großen Sammlung von Algorithmen
3. einem Übersetzer, der aus Fragen Rechenaufgaben erstellt, die von den Algorithmen mit Zugriff auf die Datenbank gelöst werden
Wir alle haben im Laufe der Zeit gelernt Google so zu befragen das wir, im besten Fall, unsere Antwort auf den ersten drei Seiten finden. Leider ist dieser Fall nicht immer so und wir müssen uns entweder durch eine Optimierung der Suchanfrage oder durch “stöbern” unsere Antwort mühselig suchen (auch Adlerfangtechnik genannt: suchen, beobachten, umkreisen, zuschlagen). Suchen? Richtig gelesen, aber es ist doch die Aufgabe einer Suchmaschine Antworten zu liefern und nicht zum weiter suchen zu animieren. Ok, lassen wir das, wir kennen Google und gut das es Google gibt, alles prima, super, wir sind zufrieden – noch. Aber wäre es nicht schön, wenn wir unsere Fragen in ganzen Sätzen eingeben könnten und die richtige Antwort ohne Umwege erhalten würden. Wäre es nicht wunderbar verstanden zu werden? Google sucht nur nach Begriffen, WolframAlpha aber interpretiert und vergleicht und die Ergebnisse sind bisher extrem gut. Ich möchte behaupten, dass WolframAlpha in den Bereichen Mathematik und Wissenschaft jetzt schon die Nase deutlich vorne hat. Und der Rest? Tja, man wird sehen, die Chancen stehen jedoch mehr als gut in der Zukunft ein ernsthafter Google Konkurrent zu werden – zumindest in einigen Bereichen.
Zur Zeit ist WolframAlpha noch eine sehr spezialisierte “Experten-Suchmaschine” die sich zwar auf besondere Art und Weise das gesamte Wissen des Internets zu nutze macht, jedoch im Moment nur als Ergänzung zu Google, Yahoo & Co gesehen werden kann. Aber als Knaller-Ergänzung wie die folgenden Beispiele zeigen.
Der Hype um WolframAlpha kennt, zumindest in den USA, keine Grenzen. Aus diesem Grund ist die Wissenssuchmaschine auch extrem überlastet und zeitweise kaum zu erreichen. Ich denke, dass wird sich jedoch bald geben (müssen). Wer es dennoch einmal versuchen möchte, kann ja mal folgendes eingeben: “Tigris Euphrates” (WolframAlpha versteht bisher leider nur Englisch). WolframAlpha liefert als Ergebnis eine gut strukturierte Ausgabe, auch als PDF zum Download, mit folgenden Inhalten:
Google hingehen liefert folgendes Ergebnis:
Nette Bildchen und die ersten zwei Einträge führen zu einem Kartenspiel. Später folgt zwar ein sinnvoller Wikipedia Eintrag, aber die gesuchten Informationen verstecken sich nach wie vor teilweise viele Klicks entfernt.
Was macht die Antworten von WolframAlpha so zuverlässig?
Manpower! Die Datenbasis besteht nicht aus von Webcrawlern zusammengesuchten Informationen, sondern aus Billionen von kuratierten Daten, d.h. es wurden Datensätze ausgewählt, deren Quellen als verlässlich eingestuft wurden. Und die Antworten werden berechnet und nicht einfach in einer Datenbank nachgeschlagen.
Die Verbindung zum Web kommt allerdings erst in einem weiteren Schritt, erst muss das bestehende System perfektioniert werden. Der erste Schritt in Richtung Web könnten Links zu Wikipedia oder Fachpublikationen sein. Die Entwicklung von WolframAlpha unterliegt keiner Deadline, Stephen hat Zeit, viel Zeit und um eine wirklich ernstzunehmende Google-Alternative zu werden, braucht es neben der Zeit, Geld, viele helle Köpfe und vor allem eine Vision mit klarem Ziel. Stephen hat meiner Meinung nach alles. Ich bin gespannt!
Wer mehr über WolframAlpha erfahren möchte, sollte sich den sehr guten Artikel von Nova Spivack durchlesen und vor allem den Screencast zu WolframAlpha anschauen. Alle beide Links und vor allem www.wolframalpha.com sind definitiv worth a visit!
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Francis Collis


Wolframalpha wurde lange und mit hohen Erwartungen angekündigt, enttäuscht jedoch den User, ist es doch nicht mehr als eine online Version des Tools Mathematica, sprich eine wissenschaftliche Formelsammlung und nicht der “Googlekiller”, wie einst beworben.
Danke für Deinen Kommentar! Da kann ich aber nicht ganz zustimmen. WA geht weit über eine Formelsammlung hinaus, wie auch oben beschrieben. Mathematica ist sicherlich eine Basis von WA, aber halt auch nur eine von vielen. Teste WA doch mal
Wolframalpha mag zwar einen guten Algo haben, aber ob das reicht um Google in die Schranken zu verweisen wage ich mal zu bezweifeln.
Ich kann ja auch wesentlich bessere Hamburger als McDonalds machen – aber die bei McD haben halt das bessere Verkaufssystem. – Und so ähnlich ist es hier in Sachen Infrastruktur der Suchmaschine.
Big G hat riesige Serverfarmen und ist mächtig erfolgreich. Als einzelner dagegen anzukommen ist fast unmöglich. Zudem Google auch eine unglaubliche Marktmacht hat.
Ich würde mir ja schon wünschen, dass Wolframalpha eine Rolle spielen könnte, allerdings fehlt mir der rechte Glauben…
Wolfram alpha und Google haben doch zwei völlig verschiedene Konzepte. Wolfram alpha ist eher prädestiniert dafür, in eine Suchmaschine eingebunden zu werden, wie z.B. in alernia.