Goldener Schnitt
Schon einmal vom „Goldenen Schnitt“ gehört. Auch wenn in der heutigen Zeit der Umgang mit Proportionen, Verhältnissen und Anordnungen in der Gestaltung beliebig geworden ist, gibt es dennoch ein Empfinden für Schönheit und Ausgewogenheit. Teilweise lässt sich nicht genau sagen, warum wir etwas als schön oder ästhetisch empfinden, doch darin liegt auch das Geheimnis des goldenen Schnitts.
Der Goldene Schnitt (lat. sectio aurea) ist das Verhältnis zweier Zahlen von ungefähr 1:1,618. In der Kunst und Architektur wird der goldene Schnitt oft als ideale Proportion verschiedener Längen zueinander angesehen. Darüber hinaus tritt das Verhältnis des Goldenen Schnitts auch in der Natur in Erscheinung und zeichnet sich durch eine Reihe interessanter mathematischer Eigenschaften aus. Weitere verwendete Bezeichnungen sind „stetige Teilung“ und „göttliche Teilung“ (lat. proportio divina).
Es handelt sich beim goldenen Schnitt um ein Proportionsverhältnis, welches vom Menschen als schön und harmonisch empfunden wird. Dieses wurde in der Vergangenheit sowohl unbewusst (Steinkeile) als auch bewusst (Parthenon) umgesetzt. Das subjektiv vom Menschen als schön empfundene Verhältnis kommt auch objektiv als durchgängiges Entwicklungsmuster in der Natur vor.
Das Gegenteil der Symmetrie ist die Asymmetrie. Bei der Betrachtung einer Strecke gibt es neben einer einzig möglichen symmetrischen Aufteilung des Ganzen unendlich viele asymmetrische Teilungsmöglichkeiten. Unter diesen unzählbaren ungleichen Trennungen tritt nun eine auf, deren Einzigartigkeit und Besonderheit immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zog.

Abb.: Die asymmetrische Proportion des Goldenen Schnittes (Minor : Major = Major : Ganzes)
Man teilt eine Strecke so in zwei Teile, dass der kleinere Teil (Minor) sich zum größeren Teil (Major) genau so verhält wie der größere Teil wiederum zum Ganzen. Anders ausgedrückt: Der proportionale Größenunterschied oder das Verhältnis zwischen Minor und Major ist gleich dem zwischen Major und dem Ganzen. Es handelt sich somit um eine Teilung, bei der immer ein Bezug auf das nächst Größere und somit schließlich auf das Ganze besteht. Gerade durch die Teilung wird der Bezug zum Ganzen herausgestellt. Das klingt erst einmal paradox, denn unter Teilung verstehen wir die Zerstörung des Ganzen. Die Proportion des goldenen Schnittes vollbringt das Paradoxon zwischen Teilung und Rückbezug auf das Ganze in beeindruckender Art und Weise.
Diese auch als Proportio divina oder göttliche Proportion bezeichnete Aufteilung übt schon seit Jahrtausenden eine besondere Anziehung auf die Menschen aus. Sie findet sich in der Natur, aber auch in den bildenden Künsten und der angewandten Grafik findet man immer wieder Hinweise auf den bewussten Einsatz des goldenen Schnitttes.
Typische Anwendungsbereiche für die Verwendung eines ausgewogenen Seitenverhältnisses finden sich z.B. hier:
4 : 3
Traditionelles Fernsehformat. In der Regel auch bei Computermonitoren (z. B. 1024 × 768 Pixel).
√2 : 1
Das Seitenverhältnis beim DIN-A4-Blatt und verwandten DIN-Maßen. Bei einer Halbierung durch eine Waagerechte entstehen wiederum Rechtecke mit dem selben Seitenverhältnis.
3 : 2
Seitenverhältnis beim Kleinbildfilm (36 mm × 24 mm).
5 : 3
Findet neben dem noch breiteren 1 : 1,85 als Kinoformat Ver-wendung.
16 : 9 Breitbildfernsehen.
Eine ausgewogene und gute Gestaltung folgt ebenfalls sehr stark den Gesetzmäßigkeiten des goldenen Schnitts – egal ob es sich um ein Logo, eine Visitenkarte, eine aufwändig gestaltete Broschüre oder die neue Website handelt. Grafiker bzw. Gestalter die ihr Handwerk verstehen, wissen um diese Regeln der Kunst und versuchen sie natürlich in ihre Entwürfe zu integrieren.
Achtet einmal beim nächsten Layout das man ihnen vorlegt darauf. Hier geht es zum 2. Teil des Tutorials über den Goldenen Schnitt
Links: Wikipedia, Dr. Ruben Stelzner
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Francis Collis


kk danke