Der goldene Schnitt II

Im letzten Newsletter wurde bereits etwas Hintergrundinformation zum Goldenen Schnitt geleiefert. Zugegebenermaßen ist dieses Thema sehr trocken, aber vielleicht helfen Ihnen die folgenden Beispiele bei der Wahrnehmung ausgewogener Proportionen in der Gestaltung.

Erinnern wir uns: Der Goldene Schnitt wird in der freien wie angewandten Kunst als Möglichkeit gesehen, ein Objekt so zu gestalten, dass die Proportionen des Objektes als harmonisch empfunden werden. Allerdings lässt sich bei genauer Betrachtung weder eine genaue Regel noch eine historische Quelle finden, auf die der Goldene Schnitt zurückgeführt werden kann. Warum dennoch eine Harmonie in Objekten die nach dem Goldenen Schnitt angefertigt wurden gesehen wird, weiß man nicht.

Tatsache ist allerdings auch, dass viele (antike) Kunstwerke als äußerst harmonisch in den Proportionen empfunden werden, eine Gesetzmäßigkeit in der Gestaltung allerdings nicht auszumachen ist.

Je nach Kunstauffassung variierten die gefundenen Verhältnisse und manchmal war es nur der Zufall selber, der die Hand führte. So z.B. bei den Cheops-Pyramiden, bei griechischen Statuen oder in der Architektur der Renaissance.

Gibt es dann überhaupt eine Berechtigung für den Goldenen Schnitt? Ja, denn der bewusste Umgang mit einer in der Mediengestaltung anerkannten Gesetzmäßigkeit, verleiht den Erzeugnissen ein hohes Maß an positiver Wirkung – vorausgesetzt der Inhalt erschlägt nicht die Form…

Beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Gestaltung von gedruckten Medien. Hier lässt sich der Goldene Schnitt am einfachsten mit Hilfe der sog. Fibonacci-Sequenz nachvollziehen: 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144 …

Merken Sie sich ganz einfach: Die Zahlen bilden jeweils die Summe der beiden vorhergehenden Ziffern.

Das sieht dann so aus:

Goldener Schnitt1 Der goldene Schnitt II

Im Buchdruck ergibt sich der Goldene Schnitt durch die entsprechende Seitenkonstruktion.

Goldener Schnitt2 Der goldene Schnitt II

…das gilt natürlich auch für die Gestaltung z.B. eines Newsletters.

Goldener Schnitt3 Der goldene Schnitt II

Keine Regel hat Bestand, wenn man sie nicht brechen könnte. Professionelle Gestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass selbst bei Missachtung des Goldenen Schnitts ein Gespür für das richtige Verhältnis der dargestellten Elemente erhalten bleibt. Davon profitert nicht nur der Gestalter, davon profitieren auch Sie als Kunde oder Rezipient.




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