True Type, Postscript oder Open Type? Teil 2
Der professionelle Einsatz von Schriften, Teil 2
Im ersten Teil unseres Beitrags haben wir versucht, die wesentlichen Merkmale der Schriftformate True Type und Postscript darzustellen.
Um die Limitierungen diese beiden Schriftformate zu überwinden, haben Microsoft und ADOBE das OpenType-Format entwickelt.
Wesentlich für eine Weiterentwicklung in diesem Bereich, war der Wunsch nach Plattformkompatibilität, Einfachheit im Handling und voller Unicode-Unterstützung. Was heißt das konkret?
OpenType-Schriften bestehen nur noch aus einer einzigen Font-Datei. Diese Datei kann auf einem Windows-PC ebenso eingesetzt werden wie auf einem Apple Macintosh. Es ist also keine Konvertierung mehr nötig und den Kauf eines zusätzlichen Fonts bei Übertragung der Satzdateien auf eine andere Plattform entfällt ebenfalls.
OpenType bietet, zur Freude der Liebhaber typografischer Feinheiten, spezielle typografische Formen, wie z.B. Ligaturen.
Dieser Artikel befasst sich übrigens nicht mit der lizenzrechtlichen Problematik, doch bietet OpenType für Schriftenhersteller die Möglichkeit über digitale Signaturen die korrekte Handhabung lizenzrechtlicher Vereinbarungen zu überprüfen.
OpenType-Schriften unterstützen Unicode und sind daher nicht mehr auf 256 verwendbare Zeichen angewiesen, wie es bei Postscript-Schriften der Fall ist. Unicode ist ein internationaler Standard, in dem für jedes Zeichen und Textmerkmal einer Schrift ein digitaler Code definiert wird. Damit ist es möglich auch andere Schriftkulturen zu berücksichtigen und selbst noch so ausgefallene Schriftzeichen abbilden zu können. OpenType-Schriften können einen Zeichensatz von maximal 65536 Glyphen (Glyphe = grafische Darstellung eines Schriftzeichens) umfassen, was die Suche nach exotischen Schriftzeichen oder Sonderzeichen erheblich vereinfacht.
Leider wird OpenType, trotz vieler Vorteile immer noch recht nachlässig behandelt und kommt vornehmlich in DTP-Anwendungen zum Einsatz (InDesign, QuarkXPress usw.). Selbst Microsoft-eigene Programme wie WORD sind nicht in der Lage OpenType optimal zu unterstützen.
Opentype bei…
Microsoft
Apple
Linotype
Adobe
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Francis Collis

