Linknachbarschaft im Linkbuilding – Was ist zu beachten?
Ein Projekt bringt mich dazu noch einmal dazu auf das Thema Linknachbarschaft, Bad Neighborhood und fehlende Themenrelevanz einzugehen. In meinen Artikeln zur Linkqualität war ich schon einmal im speziellen auf Co-Citations und deren Bedeutung im Linkbuilding eingegangen, dies möchte ich jedoch gerne noch einmal anhand eines konkreten (jedoch nicht benannten) Projekts aufgreifen und fortführen.
Themenrelevanz unter Berücksichtigung bestimmter Qualitätsfaktoren einer Backlinkseite und deren Nachbarschaft ist unbestritten schon seit langer Zeit ein wichtiges Kriterium für ein erfolgreiches Linkbuilding. Doch wie verhält es sich z.B. mit der direkten Linknachbarschaft, d.h. den Links die im direkten Umfeld eines platzierten Links gesetzt wurden (oft auch nachdem man einen Link platziert hat)?
Zudem kommt es auch immer darauf an was die Domain verkraften kann. Ältere, stabile Domains mit einer überwiegend sauberen Backlinkstruktur sind sicherlich nicht so gefährdet wie junge Domains ohne Trust. Auf die Anzahl, bzw. die Ausgewogenheit kommt es natürlich auch an, denn auch bei einem natürlichen Linkaufbau passiert es immer wieder mal das man sich in einem nicht unbedingt gewünschten Umfeld wiederfindet. Wenn man es überhaupt mitbekommt, hier spreche ich jedoch in erste Linie den “normalen” Webmaster an, der sich um SEO nicht sonderlich kümmert.
Aber wie auch immer, hier ein Beispiel wie man es definitiv nicht machen darf:
Bei einem Projekt wurden im Laufe der Zeit Backlinks zum Teil wie folgt aufgebaut. Der “Linkbuilder” (tut mir schon fast weh’ das Wort zu nutzen) platzierte Links (ohne das der Kunde etwas davon wusste) oft direkt im ganzen Paket mit identischer Struktur, d.h. immer eine Handvoll Links zu seinen Projekten, mit identischen Linktext, etwas identischem Text drumherum und identischen Zielen, alles aufüberwiegend auf themenfremden Seiten, Linklisten und sonstigem Schmu. Nach diesem Schema gab es hier einige Linkpakete, die sich im Aufbau gleichten. Da hätte er auch direkt dran schreiben können: “Madame G schau mal hier, ich mache hier was ganz tolles extra nur für Dich damit es nicht langweilig wird.” Was passierte: Alle Single-Keys zu diesem Projekt verschwanden im Nirvana jenseits der Top 1.000 und auch die der Paket-Beteiligten.
Weiterhin wurden überwiegend die gleichen Single-Keys auf Satelitenseiten minderer Qualität platziert und überwiegend im direkten Umfeld von, ich nenne sie mal “Rotz-Links”, platziert. Es waren auch einige recht gute Seiten, d.h. themenrelevante und “noch” nicht versaute Seiten, dabei, jedoch auch hier befanden sich die Links direkt neben PPPs oder sonstigen nicht tehmenrelevanten Kram. Es ist also abzusehen was mit diesen Seiten und damit auch den darauf platzierten Links und oft auch deren Keys früher oder später passieren kann. Aber auch hier möchte ich nicht generell den Kamm drüber scheren. Ich kenne Seiten die von themfremden Backlinks nur so strotzen, auf die von allen möglichen Ecken des Universums verlinkt wird, die so gut wie null optimiert sind und trotzdem seit Jahren unangetastet von Madame G sehr gut Ranken. Warum? Sie weisen 100% hochwertigen Content auf und sind so alt wie Methusalem. Ein Link von einer solchen Seite ist jedoch für ein Hauptprojekt nicht zu empfehlen. Auf mindere Seiten z.B. innerhalb eines Pyramiden-Netzwerks gesetzt, können Sie jedoch durchaus noch ihren Zweck erfüllen.
Aber wieder zurück: Fast alle Single-Keys befanden sich zu dem Zeitpunkt wo ich das Projekt übernahm, im absoluten Nirvana und waren eindeutig mit einem “böse böse” Filter belegt worden.
Hier kamen jedoch mehrere Faktoren zusammen:
1. Keine Linktext Varianten
2. Schlechte Linknachbarschaft
3. Überweigend keine Themenrelevanz
4. Bad Neighbourhood über bis zu 2 Stufen
5. DC
6. Kaum Deeplinks
7. Minderwertige Seiten
Was kann man noch falsch machen? Gibt sicherlich noch das ein oder andere, aber ich denke das genügt erst einmal.
Die Domain war glücklicherweise einigermaßen verschont geblieben und auch Key-Kombis (die jeweils eins der Single-Keys beinhalteten) funktionierten nach einigen Tests noch ganz passabel. Also war nicht alles verloren, ich musste hier jedoch sehr vorsichtig und mit viel Zeit rangehen, um das wieder gerade zu biegen was versaubeutelt wurde, denn einen Knax hatte die Domain schon weg bekommen. Jedoch ohne Garantie, denn wie stark die Domain und die Keys gelitten hatten, stellt sich immer erst im Laufe der Zeit heraus.
Was ist in einem solchen Fall zu tun?
Nun, auch hier gibt es sicherlich verschiedene Ansichten und Methoden. Auf Grund meiner Erfahrungen der letzten 12 Jahre gehe ich jedoch in solchen Fällen immer öfter den radikalen Weg:
1. Weg mit dem Rotz, d.h. soviele Links nach und nach löschen lassen wie nur irgendwie möglich
2. Content, Content, Content schaffen
3. Ein sauberes Netzwerk aufbauen
4. On-Page optimieren
4. Key-Kombis langsam aber sicher platzieren
5. Langsam aber sicher versuchen die Single-Keys über 100% hochwertige Backlinks mit viel Trust wieder zum Leben zu erwecken
6. Und alles über einen langen Zeitraum!
In den meisten Fällen schafft man es so auch die Single-Keys wieder in recht gute Positionen zu bringen. Nicht immer, aber das ergibt sich im Laufe der Zeit. Es gibt auch Projekte wo man nach einiger Zeit feststellen muss, dass die Domain keinen Cent mehr Wert ist, da die Money-Keys nicht mehr zu retten sind, zumindest nicht in einem rentablen Zeitraum. Im oben beschriebenen Projekt hat es ganz gut geklappt, nach einigen Monaten tauchte ein Großteil der Single-Keys wieder aus dem Nirvana auf und seit dem arbeiteten sie sich langsam aber sicher durch die verschiedenen Filterstufen nach oben.
Fazit
Ich kann es nicht oft genug sagen: Sauber arbeiten! Schaut Euch die Linknachbarschaft und die Seitenachbarschaft in alle Richtungen genau an. Lieber mal auf den einen oder anderen Link verzichten und stattdessen für hochwertigen Content sorgen. Irgendwann wird die Domain so stark sein, dass Sie auch mal den einen oder anderen nicht so hochwertigen Link vertragen kann, was meiner Meinung nach aber auch nie wirklich sein muss.
Fazit 2
Transparenz dem Kunden gegenüber! Jeder der einen SEO beauftragt hat das Recht zyklisch über die aufgebaute Backlinkstruktur informiert zu werden und auch bei Zweifeln über die Qualität, einen anderen SEO hinzuzuziehen. Jeder der einem etwas anderes erzählen möchte, wie z.B.: “Nein, unser Netzwerk dürfen wir aus Verschwiegenheitsgründen nicht offenlegen” und sonstigen Blödsinn gehört definitiv nicht mit in das Projekt-Boot! Finger weg wenn Euch euer Projekt lieb ist!
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Francis Collis


Das kommt mir irgendwie bekannt vor… wo habe ich das nur schon mal gesehen??? …siffe?
Jenau! Ich dachte das wäre mal ein gutes abschreckendes Beispiel. Ich habe mal “…” draus gemacht
Sehr guter Artikel, den hätte ich 1-2 Jahre eher gebraucht. Inhaltlich als auch faktisch kann ich uneingeschränkt beipflichten, da ich identische Erfahrungen gesammelt habe ;o)) Gut dass es SEOs gibt die nicht nur sauber arbeiten, sondern auch Ahnung haben. Hinzuweisen lohnt sich noch, dass die in einem anderen Beitrag viel diskutierten XTCsid´s nicht ausschlaggebend für schlechte Rankings sind, sondern die Ursachen dringend an anderer Stelle zu suchen sind…
Themenrelevanz und Content sind immer noch die besten Voraussetzungen für eine gute Seite und saubere Links. Danke für den umfassenden Artikel. Ich habe bereits auf mehreren Blogs ähnliche Artikel gefunden und halte es für richtig, diese Themen immer wieder anzusprechen