Google – Rankingfaktor Ladezeit

Mittwoch, 9. Dezember 2009 | Autor: Francis

Google Ranking1-150x150 in Google - Rankingfaktor LadezeitBeeinflusst die Ladezeit einer Webseite das Ranking? Mit dieser Frage befassen sich Webmaster schon seit langer Zeit und seit dem in den Webmaster-Tools das neue Feature Website-Leistung (unter Google Labs) implementiert wurde, ist die Frage aktueller denn je.

In AdWords wird die Ladezeit der Zielseite schon seit Mai 2008, als einer von vielen Qualitäts-Faktoren angegeben. Jedoch ist der Faktor Ladezeit in AdWords nur ein sehr kleiner Faktor, der nicht individuell, sondern immer in Relation mit anderen Seiten ausgegeben wird. Da Google die Ladezeit jedoch schon als Faktor erfasst, liegt die Vermutung nahe, dass die Ladezeit auch das normale Ranking einer Webseite beeinflussen könnte.

Trifft dies jetzt schon zu?

Matt Cutts sagt ganz klar: “Nein (noch nicht). Aber: Wenn eine Website 20 oder 30 Sekunden für eine Antwort braucht, könnte das ein Problem sein. Aber ob eine Website eine oder zwei Sekunden braucht, das macht überhaupt keinen Unterschied fürs Google Ranking.”

Hier ein Interview mit Matt Cutts:

0 in Google - Rankingfaktor Ladezeit

Wie sieht es in Zukunft aus?

Nun, Ladezeiten jenseits von gut uns böse beeinflussen die Benutzerfreundlichkeit einer Webseite sicherlich negativ und (nicht nur) Google möchte definitv ein schnelles Web! Von daher klingt es mehr als logisch, dass die Ladezeit ihren Platz als Ranking-Faktor einnehmen wird. In welcher Größenordnung dies geschehen wird, ist jedoch noch ein gut gehütetes Geheimnis. Lassen wir uns überraschen.

Wann wird die Ladezeit als Ranking-Faktor mit einfließen?

In einem sehr interessanten WebProNews-Interview erwähnt Matt, dass wahrscheinlich im Zuge des Caffeine-Rollouts Anfang 2010, schnell ladende Seiten einen Bonus erhalten werden.

Was ist zu tun?

Nun, Webmaster deren Webseite eine Ladezeit von einigen Sekunden vorweisen kann, müssen nichts tun, denn ob eine Website nun 2 oder 4 Sekunden benötigt spielt keine Rolle. Wer dennoch optimieren möchte (wenn möglich), soll sich nicht aufhalten lassen. Webseiten die deutlich länger benötigen, sollten jedoch optimiert werden. Google bietet, wie oben erwähnt, in den Webmaster-Tools ein Feature an, mit dem sich die Ladezeit einer Webseite messen lässt und einige Flaschenhälse aufgezeigt werden. Im Zuge dessen werden auch, mehr oder weniger hilfreiche, Optimierungstipps vorgeschlagen.

Ein sehr gutes Tool, um detaillierte Informationen über die Performance einer Webseite zu erhalten ist das Firefox-Plugin YSlow. Es misst umfangreiche  Leitungsdaten und gibt viele Tipps zur Optimierung.

Was ist nicht zu tun?

In Panik auszubrechen und mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Sicherlich tut es jeder Webseite und deren Besuchern gut, wenn sie bestmöglich optimiert ist.  Jetzt aber auf Teufel komm raus auch noch das letzte Quentchen an Sekundenbruchteilen raushohlen zu wollen ist nicht nötig. Läd eine Website bei DSL 2000 innerhalb von 3 Sekunden und könnte sie auf 1,5 Sekunden optimiert werden, mag sich evtl. der Modem-User (ja auch die gibt es noch) ein wenig freuen, aber ob das als Maßstab genommen werden sollte, bezweifele ich sehr stark. Einen Einfluss auf das Ranking wird es in dieser Größenordnung sicherlich nicht haben.

Fakt ist, unabhängig von möglichen Rankingauswirkungen: Eine Webseite die bei einer Standard DSL Geschwindigkeit, von sagen wir DSL 2000, zügig läd, bedarf keiner Optimierung. Webseiten die jenseits von ca. 8 Sekunden liegen, sollten (wenn möglich) optimiert werden. Oft ist hier durch eine Reduzierung der Dateigröße der Bilder, dass zusammenfassen von Javascripts, einer Reduzierung der http- und Datenbank-Requests und einer komprimierten Auslieferung an den Browser, einiges an Performance rauszuholen. Speziell für WordPress hatte ich vor einiger Zeit in den Bookmarks der Woche einige nützliche Info-Quellen aufgezeigt. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch auch immer die Leistung des Webservers. Fehlt es dem Webserver an Puste, nützen auch die tollsten Optimierungsversuche meist nicht viel.

Also von daher geht es gelassen an, niemand wird auf die hinteren Ränge verwiesen, nur weil seine Webseite nicht um 0,32 Sekunden schneller läd als sie könnte und auch nicht wenn sie im Vergleich zu anderen Webseiten etwas langsamer ist. Aber auch die großen Portale, bei deren die Ladezeiten, alleine schon aufgrund der großen Informationsflut und Funktionsvielfallt auf der Startseite, oft bei bis zu 10 Sekunden liegen und 200 http-Requests keine Seltenheit sind, müssen sich meiner Meinung nach keine großen Sorgen machen, denn Google weiss schon ganz gut wie die unterschiedlichsten Seiten einzuschätzen sind.

Läd die Webseite jedoch auch mit schnellem DSL und ausreichend ausgestattem Server nicht einigermaßen zügig, läuft da definitiv etwas falsch. So eine Webseite sollte, unabhängig von möglichen Auswirkungen auf das Ranking, so oder so im Sinne der Benutzerfreundlichkeit, optimiert werden.




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15 Kommentare

  1. Ich sehe das ganz genauso wie Du, tut in vielen Fällen überhaupt nicht Not was zu ändern ;-)
    Trotzdem finde ich es momentan spannend, bei Änderungen die ich sowieso vornehme zu beobachten, wie sich diese auf die Ladezeiten auswirken.
    Heute habe ich z.B. gerade mal wieder ca. 300 unnötige Options aus meiner Tabelle entfernt. Übermorgen sehe ich dann, ob und was so etwas bringt…

  2. Bei Dir fällt es ja auch unter “sportlicher Ehrgeiz” :-)

  3. Ja, momentan finde ich es lustig zu sehen, wie sie meine sowieso geplanten Entwicklungen auswirken. Und dann noch die ein oder andere Sache dazu, die wirklich Sinn macht. Mal sehen was dabei rum kommt. Selbst wenn ich danach immer noch auf 4 Sekunden stehe… Pfeiff drauf :-)

  4. Buchtipp! High Performance Websites von Steve Souders für 29.90 Euro. Bringt vieles auf den Punkt und erspart das wühlen durch viele Webseiten mit teilweise recht fragwürdigen Tipps.

    Habs schon lange in meinem aStore und kann es definitv jedem empfehlen der sich mit der Thematik auseinandersetzten möchte:
    http://astore.amazon.de/collen.....389721850X

  5. Hallo Francis,

    Natürlich sollte man immer versuchen ein vernünftige lade Seite zu haben, aber es gib natürlich auch Faktoren die dafür sprechen das man nicht unbedingt versuchen soll die letzten par Sekunden herauszuholen

    Was ich damit meine? Ich schriebe auf meine Blog über Kroatien als Urlaubsland, ich tue immer viele Bilder in meine Post rein, was natürlich die Ladezeit negativ beeinflusst.

    Wenn ich meine Seite durch Optimierungsprogramme analysieren lässt, immer die gleich antwort, zu viele Bilder! Als ich aber sehr viele Besucher haben die über mein Bilder auf meine Seite landet ist es natürlich ein schwieriger Entscheidung?

    Was bring mehr 1-2 Sekunden schneller Ladezeit, gegenüber weiniger Besucher die über meine Bilder auf die Seite kommt?

    PS: wie ist die Ladezeit von mein Seite von dir aus? (Sitze in Kroatien, kann das daher nicht selber nachprüfen)

    Gruß Morten

  6. Klingt nicht uninteressant, aber ich denke, das ist den Aufwand – in meinem Fall – nicht wirklich wert. Vielleicht wenn mir mal langweilig werden sollte ;-)

  7. Hallo Morten,

    wenn die Bilder und das Theme aussreichend optimiert sind, sollte das aber auch kein Problem darstellen. Deine Seite /fotos-kroatien/fotos-split/ hat 880.2K und aus dem Chache 59.7K bei 42 Thumbs, und einigen Bilder in der Sidebar. Ist doch alles im Rahmen, aber etwas kleiner gings schon, mind. 25% sind sicherlich noch drin. Plugin-Tipp: smush.it optimiert, über die Yahoo API, Deine Upload-Grafiken unauffällig im Hintergrund, ohne sichtbaren Qualitätsverlust.

    Etwas träge ist jedoch das Premium-Theme das Du nutzt. Ich nutzte die Free-Version des Themes, weiß nicht mehr wie es heisst, in einem anderen Projekt und es hat sich als äußerst schwerfällig erwiesen. Es lässt sich jedoch noch an einigen Ecken etwas optimieren. Überlegenswert wär auch das WP-Super-Cache Plugin (bei entsprechendemTraffic), oder zumindest über die htaccess gesteuert die Seiteninhalte gzip komprimiert ausliefern zu lassen. Zu der Server-Leistung, bzw, Auslieferunggeschwindigkeit kann ich leider nicht viel sagen, dafür habe ich zu wenig Infos (Server, Anbindung, Traffic, etc.). Hier hab ich DSL 2000 und die Seite läd aussreichend zügigt, schneller geht bis zu enem gewissen Punkt fast immer :-)

    Hier einige Link-Tipps zur WordPressoptimierung: http://www.collis.de/webworker.....timierung/

  8. Hallo Francis

    Viele dank für deine Rückmeldung, freut mich zu hören das die Seite einigermaßen OK ist, ich werde auf jeden fall diese plugin smush-it ausprobieren

    Das Premium Theme heisst Arthemia, im allgemein hatte eigentlich wenige Problem mit das Theme bis Jetzt, und ich betreibe immerhin mehr als 25 Blogs damit.

    Ich weiß zwar das es SEO mäßig nicht optimal ist, und will auch später das ganze optimieren zu lassen, aber ich liebe halt das Design (-: von diese Theme.

    WP-super-cache habe ich schon getestet, und wird das auch verwenden wenn mein Traffic ein bisschen höher ist.

    Gruß Morten

  9. Arthemia, genau so heisst es :-) SEO ist bei dem Theme nicht unbedingt das Problem, wie viele andere Magazin Style Themes ist es jedoch nicht sonderlich gut auf Performance optimiert. Hier kann man (sollte man) sicherlich noch einiges verbessern, die Frage ist immer ob sicher der Aufwand lohnt. Wenn Du jedoch 25 Blogs mit dem gleichen Theme betreibst, relativiert sich das sicherlich, die Optimierungen kommen ja allen Blogs zu gute.

    smush.it bekommst Du hier: http://wordpress.org/extend/plugins/wp-smushit/

  10. Wie viel aufwand (programierstunden)brauch man um das Thema zu optimieren?

    ich habe schon smush.it im einsatz auf ein blog

    Morten

  11. Ganz sicher muss man nicht in Panik ausbrechen: Parallel zur Ladezeit wird ja auch die Semantik immer wichtiger (hier ist LSO sicher ein interessanter Aspekt). Ich werde zwar etwas stärker auf die Ladezeit achten (insbesondere halt testen, wie schnell die Seite wirklich lädt und ggf. nachbessern)… damit hat es sich eigentlich auch schon.

  12. @ Morten – Geh mal von einem Tag aus, dann sollte das wichtigste erledigt sein.

    @ Rene – Exakt! Keine Panik :-) Die Latent Semantische Optimierung ist im SEO-Bereich sicherlich ein immer wichtiger werdender Punkt. Wird meiner Meinung nach z.Z. jedoch noch etwas überbewertet.

    Interessant zu beobachten ist, dass sich nun viele in “Panik” auf die Optimierung ihrer Ladezeiten stürzen, es aber an vielen anderen Stellen erst einmal viel notwendiger wäre zu optimieren.

  13. Ich habe diese Funktion in GWT ja auch ersichtet und derzeit ist meine Blogladezeit bei 3+ s, was auch ausreicht. Zahlreiche Scripts, Buttons, HTML-Codes und auch Bilder in den Beiträgen auf der Startseite verlangsamen die Ladezeit ja auch.

    Ich habe in den letzten Wochen einige Plugins zum Optimieren sinnvoll ausprobiert und belasse es jetzt dabei. Mit Pingdom-Tools kann man es schön sehen, wo noch was zu machen wäre und wenn das Blog dermassen langsam wird, dass ich es selbst merke, dann werde ich weiterhin verbessern.

    Ansonsten ab und zu einen Blick auf den Google Page Speed und gut. Das sollte genügen.

  14. ich denke mal das die Zeit durchaus bei Google in Zukunft eine Rolle spielen wird, für den Nutzer ist es ja auch ein Faktum

  1. [...] Dezember haben verschiedene Meldungen nahegelegt (z.B. im webworker blog), dass im Jahr 2010 das Thema Ladezeiten von Webseiten eine ganz neue Bedeutung bekommen wird. [...]

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