Wortbedeutung und Etymologie
Montag, 8. Januar 2007 | Autor: Francis
Wieso wünscht man einen Guten Rutsch?
Einen guten Rutsch! — das wünscht man einander zum Jahreswechsel. Doch obgleich dieser im deutschsprachigen Raum oft von Schneematsch und Glatteis begleitet ist, hat der Wunsch damit nichts zu tun, und auch die Assoziation mit dem Hineingleiten ins nächste Jahr (Einen guten Rutsch ins neue Jahr!) ist nur eine Volksetymologie. Rutsch geht hier vielmehr mit Umweg über das jiddische/rotwelsche rosch auf das hebräische rosh zurück, was Kopf oder auch Anfang heißt. Man wünscht einander also schlicht einen guten (Jahres-)Anfang.
… die Wendung jemandem einen Bärendienst erweisen?
Jemandem einen Bärendienst zu erweisen heißt, jemandem trotz guter Absicht zu schaden. Die Redewendung ist laut Mackensen seit ca. 1900 in Gebrauch und geht — laut Duden »vielleicht« — auf die Fabel L’ours et l’amateur des jardins (Der Bär und der Gartenliebhaber; Buch 8, Nr. 10) von Jean de la Fontaine (1621–1695) zurück. Dort will ein Bär diensteifrig eine Fliege von der Nase des schlafenden Gärtners verscheuchen, indem er einen Pflasterstein nach ihr wirft — was weder die Fliege noch der Gärtner überleben.
Woher kommen die Ausrufe ach, du grüne Neune! und ei der Daus!?
Über die Herkunft dieser beiden Ausrufe des Erstaunens oder der Verwunderung besteht keine Einigkeit. Einigen Quellen zufolge soll die grüne Neune eine Spielkarte bezeichnen (Grün im deutschen Blatt entspricht Pik), der Daus vielleicht verhüllend den Teufel. Andererseits steht das Daus (aus mhd. dûs, tûs, mfrz. deus, altfrz. doues, lat. duo) auch für zwei Augen im Würfel- und Kartenspiel sowie für das As. Auch im Englischen wird deuce in all diesen Bedeutungen und Redewendungen gebraucht.
Als weitere mögliche Erklärung für die grüne Neune nennt Röhrich (Der Röhrich, das umfangreiche Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten von Lutz Röhrich) ein Berliner Vergnügungslokal »Conventgarten« in der Blumenstraße 9 mit Haupteingang am Grünen Weg, das nach 1852 »ein billiges Tanzcafé und Stätte mancher Handgreiflichkeiten« geworden sein soll. Andere Quellen berichten von einem in besagter Blumenstraße 9 in Friedrichshain gelegenen Theater (Königstädtisches Vaudeville-Theater), das 1855 von Franz Wallner übernommen wurde und in dem »Halbwelt-Dramen« gespielt worden sein sollen. Der »Grüne Weg« heißt heute »Singerstraße«.
Quelle: Faql
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Francis Collis


